Meine erste Weiterbildung zu tiergestützter Arbeit

Wenn ich mich als Autorin für ein Thema entscheide, in dem ich nicht wirklich (beruflich) zu Hause bin, dann bin ich neugierig auf alle Möglichkeiten mich „schlau zu machen“. Eigentlich nicht erwähnenswert, weil selbstverständlich. Ich bekenne trotzdem, dass die Teilnahme an der Weiterbildung „Gesundheitsmanagement für menschliche und tierische Mitarbeiter“ des Vier für Zwei – Verein für innovative Tiergestützte Arbeit e.V. für mich rundum spannend, auch erholsam wie schon lange kein Reiseziel war. Und so packte ich, was so alles ins Reisegepäck gehört.

Mit von der Partie natürlich meine Hündin Valda (2. von links). Keine „Fachkraft“ für tiergestützte Arbeit. Aber eine, die mit ihrem Wesen allen guttut – und sich auf jeden Hund, jeden Menschen freut. Eine ehemalige Straßenhündin, die sicheres, geborgenes Leben zu schätzen weiß. Futter, Streicheleinheiten, kuschelige Plätze, Leckerli und die Düfte der Küche.

So geht es im April an die 300 km entfernte polnische Ostsee. Strand, Wellen, Nebel, Wind – Garanten für eine fabelhafte Woche in Dzwirzyno bei Kolberg. Und natürlich Themen für das Wohlgefühl von Mensch und Hund: Bewegung, Stressabbau, gute Laune, Bewegungsspiele. Interaktion. Alles im Blick.

WAS TUT HUNDEN GUT?

Natürlich gutes Futter. Immer wieder gehört, aber trotzdem interessant. Die Dozentin nennt wichtige Parameter für die Wahl von Fertigfutter.

Das sind:

° mindestens 50 bis 60 Prozent Fleischanteil

° keine pflanzlichen oder/und tierischen Nebenerzeugnisse, wenn sie nicht genau aufgeschlüsselt sind

° Fleisch- und Getreidequellen müssen genau deklariert sein

° keinen Zucker und kein Salz zusetzen

° Vorsicht mit Weizen, Mais und Soja, lösen oft Allergien aus

° kein Vitamin K3 zusetzen. da es eine synthetische, toxische (leberschädigende) Substanz ist

BARFEN ist: Biologisch Artgerechte RohFütterung

Diese Fütterung muss sorgsam und komplex durchgeführt werden. Nur dann bleiben die Nährstoffe erhalten, deren Bedarf für jeden Hund individuell nach Alter, Rasse, Aktivität, Größe, Gewicht, Erkrankungen ermittelt werden muss.

Die VORTEILE überzeugen: Frische Zutaten, verlängerte Fresszeit

Die NACHTEILE: Beschaffung und Zubereitung brauchen mehr Zeit. Getreide muss grundsätzlich gemahlen, geflockt, gequollen oder gekocht verfüttert werden.

Fazit für mich: Meine Hündin Valda bekommt weiterhin Fertigfutter, aber ab sofort in noch besserer Qualität. BARFEN ist nichts für mich.

BITTE KEINE „DAUERBESPAßUNG“

Es ist in, dass Menschen rund um die Uhr in Aktion sind. Nach getaner Arbeit ins Fitness-Studio, Laufen was das Zeug hält, mit Freunden auf Tour, Feiern. Das wird inzwischen auch vielen Hunden geboten. Ihm soll es an nichts fehlen, am besten Dauerprogramm. Doch das will kein Hund wirklich. Das ist Dauerstress pur. Hunde brauchen naturgemäß viel Schlaf, wollen kuscheln und entspannen. Doch die Signale zum Entspannen muss der Mensch geben. So genannte Wellness – Spaziergänge, bei denen nicht eine Aufgabe nach der anderen gestellt wird, tun Mensch und Hund gut. Dieses Relaxen mit Hund haben wir am Ostseestrand in Dzwirzyno ausgiebig und bewusst praktiziert. Da lässt Hund schon mal erkennen „klasse, dass ich einfach mal mein Tempo selbst bestimmen kann“.

Möglichkeiten zum Entspannen gibt’s viele. Zu den genannten kommen Entspannung durch Erziehung (Struktur, Grenzen, Verlässlichkeit, Orientierung, Halt, Führung statt Dominanz).

Auch Relaxen kann Hund auf unterschiedliche Weise. Der IGELBALL wirkt mit seinen Noppen durchblutungs- und beweglichkeitsfördernd und steigert Wohlempfinden. Auch beim Bürsten können Massage und Wohlgefühl statt Pflege im Vordergrund stehen.

Auch WÄRMEREIZE tun Gutes. Sie fördern Durchblutung und Stoffwechsel und lockern die Muskulatur. Auf keinen Fall darf Wärme bei entzündlichen Prozessen angewendet werden.

Es macht schon Sinn, dass Wissen immer mal wieder aufgefrischt und um neue Erkenntnisse reicher wird. Mir gefällt, dass ich auch mal wieder über meinen Umgang mit dem Hund nachdenken muss. Kann nur alles noch besser werden.

EINE WOHLFÜHLWOCHE FÜR VIER-UND ZWEIBEINER

Eine Pause vom Alltag tut immer gut. Und wenn der Tag mit einer Strandwanderung beginnt, sind alle sichtlich zufrieden. Dafür haben wir uns in Dzwirzyno entschieden. Der Kopf wird frei für die Themen und die Hunde ziehen sich auf ihre Schlafplätze zurück. Natürlich nicht immer. Im Rudel auf Zeit – und dann noch unter einem Dach – muss man schon mal zeigen wer man ist. Das tun Beagle Maja und Mischling Valda mit großer Ausdauer.

Jede Themeneinheit fand in entspannter Atmosphäre am Strand, am großen Esstisch oder auch mal in der Sitzecke vor dem Kamin statt. Das bunte Hunderudel machte nach dieser Woche einen genauso zufriedenen Eindruck wie die Teilnehmer, so dass alle bereichert den Heimweg antraten, einige sicher mit der Aussicht auf eine Fortsetzung der Weiterbildung im nächsten Jahr. Das hofft sicher auch Wolfshund Reamon von Ulrike. Sie bietet Entspannen durch fachgerechtes Berühren. Das Foto spricht Bände.

Wer mehr wissen will, kann mich kontaktieren. Oder gleich die Fachleute: www.vier-fuer-zwei.de oder auf facebook

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.